Wer sich zu «urwaldfreundlich.ch» bekennt,
schützt die Urwälder weltweit

«Global denken, lokal handeln» – diese Losung hat nichts von ihrer Richtigkeit verloren. Denn was wir in der Schweiz konsumieren, beeinflusst das ökologische und soziale Gefüge anderswo. Nachhaltige Beschaffung hat deshalb bei Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden sowieKirchgemeinden, Schulen und Firmen einen immer höheren Stellenwert.

Ein wichtiger Bereich der ökologischen Beschaffung betrifft Holz und Papier: Ob für Stühle oder Fensterrahmen, im Kopiergerät oder in der Toilette, überall wird Holz und Papier eingesetzt. Zwar stammt ein guter Teil des Holzes und des Zellstoffs aus Europa. Doch nach wie vor wird für die Möbel-, Bau- und Papierindustrie Urwald abgeholzt. Dabei geht es nicht nur um die tropischen Regenwälder, sondern etwa auch um die noch unberührten Wälder auf der Nordhalbkugel, so die borealen Wälder in Sibirien, Finnland und Kanada.

Schatzkammer des Lebens
Der Urwald ist weltweit akut gefährdet. Täglich fallen 45'000 Hektaren Urwald dem Raubbau zum Opfer. Alle zwei Sekunden verschwindet eine Fläche von der Grösse eines Fussballfelds. Dabei bedeuten die unberührten Wälder eine einzigartige Biodiversität: Sie beherbergen Abertausende von meist noch unerforschten Pflanzen- und Tierarten, in denen unter anderem ein grosses Potenzial für natürliche Heilmittel schlummert. Urwälder bieten auch die Lebensgrundlage für über 100 Millionen Menschen, die in ihnen und mit ihnen leben.

Aktive Gemeinden
Schon 1997 appellierte der Regenwaldschützer Bruno Manser an Kantone und Gemeinden, auf Holz und Holzprodukte aus den Tropen zu verzichten und sich als «raubholzfrei» zu deklarieren. 296 Gemeinden und 6 Kantone folgten damals seinem Aufruf. In mehreren Schritten wurde die Aktion ausgeweitet, verschiedene Nichtregierungsorganisationen unterstützten die Idee und führten sie weiter. Seit 2013 ist der FUPS – Förderverein für umweltverträgliche Papiere und Büroökologie Schweiz für das gesamte Projekt «urwaldfreundlich.ch» verantwortlich.

Rund 600 Gemeinden machen mit
Mit Infoblättern, Musterrichtlinien und individueller Beratung unterstützt der FUPS interessierte Bundesstellen, Kantone, Städte, Gemeinden sowie Kirchgemeinden, Schulen und Firmen beim Wechsel auf eine nachhaltige Holz- und Papierbeschaffung. Bisher wurde vor allem der Bereich Gemeinden forciert. Rund 600 machen bereits mit. Gemeinden, welche die Kriterien erfüllen, dürfen das Label auf ihrer Homepage und in anderen Publikationsorganen verwenden. Der Beitritt zum Label «urwaldfreundlich.ch» ist kostenlos; den Aufwand der Kampagne deckt der FUPS insbesondere mit Unterstützung des Bundesamts für Raumentwicklung ARE. Zudem werden die angeschlossenen Kantone und Gemeinden um freiwillige Spenden angegangen.

Wer sich als «urwaldfreundlich» erklärt ist, nimmt die Vorbildfunktion im Bereich nachhaltiger Beschaffung gegenüber der Bevölkerung ernst. Mit dem Einsatz von Recycling- statt Neufaserpapier wird zudem den Energieverbrauch reduziert.


Nützlicher Link:
www.bmf.ch